Simone Bernard berichtet vom Orewa College - Orewa (Nordinsel / Neuseeland)

Ich bin Simone und war von Juli bis Dezember mit GIVE in Neuseeland. Ich möchte  euch gern ein paar Eindrücke, Erfahrungen etc. weitergeben, vielleicht findet ihr ja das eine oder andere hilfreich.

Neuseeland ist ein wunderschönes Land. Man kann es nicht anders sagen. Die  Natur ist umwerfend schön, farbenfroh, abwechslungsreich und damit nie langweilig. Man kann sich auf einer Autofahrt ohne weiteres nur damit beschäftigen, aus dem Fenster zu sehen, ohne dass es eintönig wird.

Auch die Menschen sind in der Regel offen und (gast-) freundlich. Kiwis reden ohne viel Akzent, aber oft ein bisschen schneller als man es aus dem Englischunterricht gewöhnt ist. Man gewöhnt sich dran.

Als „International Student“ ist man in Gastfamilien untergebracht, die nicht unbedingt dem traditionellen Familientyp (Mutter, Vater, Kind) entsprechen.  In meinem Fall waren meine „Eltern“ zwei Lebenspartner mit 47 und 49 Jahren ohne Kinder im Haus, dafür haben sie außer mir auch noch eine koreanische Schülerin aufgenommen. Das war sehr interessant, weil wir durch sie noch eine andere Kultur kennen gelernt haben. In einer guten Familie bekommt man nicht nur „kiwi culture“ mit, sondern hat am Ende des Aufenthalts eine richtige zweite Familie am anderen Ende der Welt. Man muss auch nicht nervös sein (werden sie mich mögen? etc.), es gibt normalerweise keine Probleme.

Außer der Familie gibt es natürlich die Schule. Man kann sich die Fächer (5-7) selbst aussuchen, und das heißt entweder Mathe, Chemie, Französisch wie in Deutschland oder aber man belegt etwas exotischere Fächer. Die meisten Schulen haben eine riesige Auswahl, von Accounting bis Graphic Design. Ich persönlich habe unter anderem Catering und Pattern making genommen. Das heißt ich kann jetzt um einiges besser kochen und bringe sogar gerade Nähte mit der Nähmaschine zustande ;-)

Meine Schule, Orewa College, hat noch ein besonderes Fach angeboten: New Zealand Experience. Dort sprachen wir über Neuseeland im Allgemeinen, haben aber auch die Nationalhymne und den Haka (traditioneller Maori-Tanz) unserer Schule gelernt. Außerdem hatten wir die Möglichkeit, an verschiedenen Ausflügen teilzunehmen, die immer ihr Geld wert waren. Wir sind sehr oft surfen gegangen, oder auch nach Rotorua, Northland und die Coromandel Peninsula gefahren.

Bei allen Fragen, die Schule, die Familie oder irgendetwas anderes betreffend, konnten wir uns an die Betreuerin der Internationals an unserer Schule wenden. Sie hat sich für jeden Zeit genommen (und uns alle am ersten Tag schon beim Namen gekannt). Wir haben sie alle sehr gerne gemocht, vor allem weil sie immer für uns da war.

Ein Muss für alle Gastschüler ist, sich das Land anzusehen. Schon in der ersten Woche hat man uns gesagt, wir sollten so viel wie möglich reisen, und das nicht nur in der Ferienzeit. Es ist schließlich eine OE, Overseas Experience!

Mit NZ Experience sind wir auf der Nordinsel einigermaßen herumgekommen, aber die Südinsel ist noch mal etwas anderes. Dünner besiedelt, landschaftlich noch schöner… Eine Freundin und ich haben uns gegen eine organisierte Fahrt entschieden, sondern stellten uns die Reise selbst zusammen. Unsere Betreuerin hat uns ein paar Backpackers empfohlen, aber sonst haben wir alles selbst gemacht. Es war viel Arbeit, aber es war für uns die bessere Wahl. Wir haben unsere Route selbst ausgesucht, nur dass gemacht was wir wollten und wozu wir Lust hatten und viel, viel Spaß gehabt.

Mein Auslandsaufenthalt war wirklich eine Overseas Experience. Ich habe viel gelernt und gesehen, das mich für den Rest meines Lebens begleiten wird.

Die Leute von GIVE haben natürlich auch ihren Anteil daran. Sie haben uns sehr gut vorbereitet und sich um alles gekümmert bis wir sicher bei unserer richtigen Familie waren. Falls ihr noch nicht sicher seid ob ihr wirklich nach Neuseeland wollt oder nicht, dann kann ich euch nur sagen, dass es für mich ideal war und dass ich es gleich wieder machen würde!!