Emma Fähndrich berichtet vom Orewa College - Orewa (Nordinsel / Neuseeland)

Ich habe mich für einen dreimonatigen Auslandsaufenthalt in Neuseeland entschieden, weil ich mich sehr für Neuseelands Natur und Kultur interessiere. Außerdem ist für viele Menschen, wie auch für mich, Neuseeland ein unerreichbares Traumziel. Aber mit diesem Austausch hatte ich die Möglichkeit dieses Traumziel zu besuchen und dort die besten 3 Monate meines Lebens zu verbringen. Außerdem habe ich mich für Neuseeland entschieden, weil es mal etwas anderes ist als für einen Auslandsaufenthalt in die USA zu gehen. Und ich bereue es nicht.

Ich habe mich für das Leben in einer Gastfamilie und den Besuch einer öffentlichen Schule entschieden, weil ich finde, dass man so das Leben im Gastland am besten kennenlernen kann und man so auch auf sehr viele verschiedene Menschen trifft und Freundschaften mit Menschen von überall auf der Welt knüpfen kann. Ich hatte mit meiner Gastfamilie sehr viel Glück, da ich mich mit ihnen sehr gut verstanden habe und wir eine sehr enge Beziehung hatten und auch immer noch haben. Wir haben oft Ausflüge zusammen gemacht und hatten immer Spaß zusammen. Man muss sich aber natürlich auch bewusst sein, dass man nicht in einem Hotel wohnt und eben im Haushalt mithelfen muss, wenn es von einem verlangt wird. Aber das ist ja im Grunde nichts anderes als daheim auch. Ich schicke immer noch ca. 4-5 mal im Jahr ein Paket an sie und sie schicken dann auch immer eins mit verschiedensten Sachen, wie z.B. Süßigkeiten, Erinnerungen an die Zeit dort usw..

In der Schule hatte ich keine Probleme Freunde und Anschluss zu finden, weil die Neuseeländer, auch Kiwis genannt, sehr offen und hilfsbereit sind. So habe ich schnell neue Freunde gefunden und wurde von allen sehr gut aufgenommen. In der Schule selbst hatte ich ebenfalls keine Probleme. Daran immer englisch zu sprechen gewöhnt man sich sehr schnell und auch das Verständnis verbessert sich mit jedem Satz, den man spricht. Das schönste während der Zeit im Ausland ist auch, wenn man das erste Mal auf Englisch träumt, weil man dann weiß, dass man wirklich angekommen ist.

Was ich an der Schule in Neuseeland allgemein sehr cool finde ist, dass man viel mehr Möglichkeiten hat, was die Fächer und auch Sportarten angeht als in Deutschland. Ich hatte z.B. Fächer wie Kochen, Tanz und Schauspiel, Outdoor Education und viele andere. Man kann dort aus einer viel größeren Anzahl an spezifischen Fächern auswählen.

Ich denke viele beschäftigt auch die Frage, ob es nicht schwer ist in Deutschland dann wieder in die Schule zu gehen nachdem man so viel verpasst hat. Aber dazu kann ich nur sagen, dass man das Verpasste sehr schnell wieder nachholen kann und viele Lehrer bestehen auch nicht darauf, dass man alles perfekt nachholt was in diesem Zeitraum gemacht wird. Manches habe ich, glaube ich, bis heute nicht nachgeholt. Aber wenn ich jetzt mal etwas brauche, das in dem Zeitraum gemacht wurde, in dem ich nicht da war, dann kann man immer die Lehrer fragen wie genau das nochmal ging oder man fragt Freunde oder im Notfall einfach Google.

Ein weiterer Punkt der oft angesprochen wird, ist Heimweh. Natürlich kann ich jetzt nur von meiner Erfahrung sprechen, weil jeder anders tickt und auch andere Gefühle hat, aber ich hatte kein Problem mit Heimweh. Am Anfang habe ich jeden Tag so viel Neues erlebt, dass da gar nicht genug Zeit war für Heimweh. Und auch als ich dann etwas länger da war, hatte ich kein Heimweh, weil erstens immer jemand für mich da war und ich zweitens meine restliche Zeit nicht damit verschwenden wollte “Zuhause” zu vermissen, sondern um noch alles zu erleben was ich noch machen wollte. “Zuhause” war ich noch schnell genug.

Neuseeland ist für mich heute wie ein zweites Zuhause und mittlerweile plagt mich eher das Fernweh.
Die Organisation, mit der ich gereist bin, heißt GIVE mbH, was für Gesellschaft für Internationale Verständigung steht. Ich war auch sehr zufrieden, weil ich mich sehr gut aufgehoben gefühlt habe. Bei Fragen war in Deutschland, sowie auch während meines Auslandsaufenthaltes in Neuseeland 24/7 jemand erreichbar, der helfen konnte. Auch die allgemeine Organisation von allem ist reibungslos verlaufen, obwohl ich mich erst sehr kurzfristig angemeldet habe.

Noch heute, 1 ½ Jahre danach, stehe ich in Kontakt mit der Organisation, um andere Jugendliche auf ihren Auslandsaufenthalt vorzubereiten und ihnen bei Fragen und bedenken zur Seite zu stehen. Außerdem fahre ich für die Organisation auf Messen oder Vorbereitungsseminare, um anderen Interessenten über die Möglichkeiten eines High Schools Aufenthaltes zu informieren und mit Teilnehmern meine Erfahrungen zu teilen. Das macht immer wieder Spaß, weil man so nie vergisst, was man erlebt hat.

Alles in allem, war mein Auslandsaufenthalt das Beste was ich hätte machen können und ich bin froh, dass meine Eltern mir das ermöglicht haben. Ich möchte alle, die die Möglichkeit dazu haben, dazu ermutigen sowas zu machen, weil es eine wunderschöne Zeit ist, egal wo man ist. Außerdem findet man dort wirklich Freunde fürs Leben, ich habe mich schon mit ganz vielen wiedergetroffen.

Wenn ihr euch also entscheidet ins Ausland zu gehen, dann haltet jeden Moment fest und genießt es. Und falls ihr jetzt noch Fragen an mich über meine Zeit im Ausland habt, oder Tipps zu eurem Auslandsaufenthalt braucht, schreibt mir einfach eine E-Mail an:
emmaleoniefaehndrich(at)gmail.com

Eure Emma