Theresa Rottmann berichtet vom Miles Macdonell Collegiate - Winnipeg (Manitoba / Kanada)

Ich war während meines Auslandhalbjahres in Winnipeg/Canada und habe mich dazu Ende August in mein großes Abenteuer gestürzt. Mit weiteren Austauschschülern und einer Reisebegleitung ging es dann los und die Aufregung stieg, auch wenn es half sich mit den anderen über das Bevorstehende zu unterhalten.
Am Flughafen wurde ich gleich von meiner Gastfamilie abgeholt und dann ging es mit dem Auto ins neue Heim. Ich muss sagen, der erste Eindruck war nicht sehr toll, denn mit den riesigen Supermärkten, den autobahnähnlichen Straßen und den Trucks überall, war Canada den Staaten viel ähnlicher als ich gedacht hatte. Auch an das neue Haus und meine Mitschüler musste ich mich erst mal gewöhnen und leider bin ich auch mit der Gastfamilie nicht sonderlich gut zurechtgekommen. Die ersten zwei Wochen waren sehr schwer, bis ich mich für einen Familienwechsel entschieden habe.
Glücklicherweise ist es für die Partnerorganisation viel leichter Familien zu vermitteln, wenn sie den entsprechenden Schüler schon getroffen haben und eine Woche später hatte ich dann eine absolut tolle Familie. Meine Gastschwester war genau auf meiner Wellenlänge und die Gastfamilie und ich hatten genau die selben Interessen. Sie nahmen mich mit in Konzerte, zeigten mir Sehenswürdigkeiten der Stadt, halfen mir mit meiner Freizeitgestaltung und luden mich sogar auf einen Trip nach Calgary und in die Rocky Mountains ein. Dadurch, dass ich auch im Haushalt mit eingebunden war, habe ich mich schon nach kurzer Zeit wie ein richtiges Familienmitglied gefühlt.
Auch die Schule begann mir viel Spaß zu machen, als ich allmählich den Kontakt zu canadischen Schülern aufgenommen hatte, was vor allem in meinem Dramakurs sehr gut gelang. Außerdem nahm ich auch jede Gelegenheit wahr, neue Leute kennenzulernen, denn Freunde zu finden ist das wichtigste und gleichzeitig schwierigste in einer solch kurzen Zeit. Ich war Mitglied Soccerteam, ein einem Freiwilligen-Komitee, war mit der Jugendgruppe von der Kirche unterwegs und außerdem in eine Art Fitnesscenter. Mich hat nämlich etwas gestört, dass die Jugend dort unter der Woche kaum etwas unternimmt und anfangs war es sehr schlimm nur zu Hause zu sitzen und sich die Zeit vor dem Computer zu vertreiben.
Nach eineinhalb Monaten hatte ich mich dann richtig eingelebt und mich an den „Canadian Way Of Life“ gewöhnt- der Aufenthalt begann endlich Spaß zu machen.
Als besonders positiv empfand ich den Umgang der Lehrer mit den Schülern, man hat das Gefühl, dass sie eher Freunde sind, als eine „Respektsperson“ und so ist das Unterrichtsklima viel angenehmer als durchschnittlich in Deutschland. Außerdem ist die Schule dort viel leichter und man hat das Gefühl auf alles und jedes Sonderpunkte zu bekommen, was aber eigentlich nicht schlecht ist.
Mir hat es auch gefallen, dass an meiner Schule auch weitere deutsche Austauschschüler waren, denn man hat immer jemanden in der selben Situation, der einen besser nachvollziehen kann als die Freunde zu Hause.
Natürlich ist der Abschied am Ende sehr schwer gefallen, vor allem natürlich meine Gastschwester zurückzulassen, aber ich kann nicht bestreiten, dass ich mich auch furchtbar auf zu Hause gefreut habe. Auch das wieder Einleben erwies sich als leichter als erwartet und bereitete mir keinerlei Probleme.
Ich bin froh, mich für diese wunderbare Erfahrung entschieden zu haben, denn ich habe wahrscheinlich mehr gelernt, als ich es in Deutschland in drei Jahren getan hätte.

Theresa Rottman

Miles Macdonell Collegiate, August 2006 bis Januar 2007
 
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