Kathrin Schröder berichtet vom Vincent Massey Collegiate - Winnipeg (Manitoba / Kanada)

„Soll ich wirklich für 3 Monate oder mehr ins Ausland? Will ich das wirklich? Wie wird das sein? Wie werden die Menschen dort sein? Wird es leicht sein, Freunde zu finden und sich in der Family einzugewöhnen?"

Wie man sieht, ist mir die Entscheidung ins Ausland zu gehen nicht unbedingt leicht gefallen.Relativ kurzfristig habe ich mich dann trotzdem dazu entschlossen, den ersten Schritt zu tun und nachdem ich das Bewerbungsgespräch und die Aufnahme in das High School Programm bestanden hatte, vergingen die letzten Wochen bis zu meinem Abflug wie im Flug.

An dem morgen vom Abflug wachte ich mit gemischten Gefühlen auf und war mir nicht sicher, ob ich die richtige Entscheidung getroffen hatte.  Der Abschied von meinen Freunden und meiner Family am Flughafen war sehr traurig, aber ich freute mich trotzdem schon auf das Abenteuer was mir bevorstand. Mein Flug verlief gut, ich lernte noch andere Austauschschüler kennen, und auch das umsteigen in Toronto war einfacher als ich gedacht hatte.

Dann war der große Moment gekommen: Wir waren nur noch durch eine Glastür und Rolltreppe von unseren Gastfamilien getrennt und entsprechend groß war auch die Aufregung.Zum Glück entdeckte meine Gastfamily mich gleich und begrüßte mich herzlich, so dass ich mich gleich wohl gefühlt habe. Zusammen nahmen wir mein Gepäck und fuhren zu meinem „zu Hause“ für die nächsten 3 Monate. Da ich dann doch sehr müde vom Flug war, ging ich bald schon ins Bett.

Den nächsten Tag verbrachte ich mit meiner Gastfamilie und wir verstanden uns auf Anhieb gut.Ich hatte eine Gastschwester die nur ein paar Monate älter war als ich und mit der ich in den 3 Monaten auch öfters etwas unternommen habe. Auch zu meinen Gasteltern hatte ich bald ein sehr gutes Verhältnis aufgebaut und sogar der Gasthund war mir nach meinen 3 Monaten sehr ans Herz gewachsen.

Als mein erster Schultag kam, war ich dann doch wieder sehr aufgeregt. Ich hatte in den Tagen davor schon die Möglichkeit gehabt, andere „International Students“ ,bei gemeinsamen und von der Organisation vor Ort geplanten Aktivitäten, kennenzulernen.

Meine Tutorin vor Ort war sehr nett und hilfsbereit. Zusammen stellten wir meinen Stundenplan her, der in Kanada aus 5 Fächern besteht.

Es ist dort so, dass jeder Schüler einen eigenen individuellen Stundenplan hat. Ich hatte Tanzen, Theater, Englisch, Mathe und kanadische Geschichte gewählt.

Ich wurde sehr, sehr nett von allen Lehrern und Schülern aufgenommen und habe auch bald viele neue Freunde gefunden. Am Anfang war ich etwas enttäuscht, da fast immer ich den ersten Schritt tun musste und meine Mitschüler von selbst nur vereinzelt auf mich zukamen, aber sobald ich jemanden angesprochen hatte, waren alle gleich total offen und interessiert.

Ansonsten war mein Leben dort richtig schön. Morgens ging es eben in die Schule, nachmittags habe ich mich oft mit Freunden getroffen oder etwas mit meiner Familie gemacht.

Am Wochenende war ich oft mit meinen Freunden shoppen, im Kino oder bei jemandem zu Hause und auch meine Gastfamilie hat mir viel in Winnipeg und in der Umgebung gezeigt.

Ich hatte erstaunlicherweise nur am ersten Tag Heimweh und die Zeit verging wie im Flug.

Am letzten Abend bin ich nochmal mit all meinen Freunden und auch mit meiner Gastschwester essen gegangen. Der Abschied von Kanada ist mir viel schwieriger gefallen als der Abschied in Deutschland, weil ich nicht weiß ob und wann ich wieder zurückgehen kann.

Mein Rückflug verlief gut und auch das eingewöhnen in Deutschland klappte besser als ich gedacht hatte.

Es war allerdings am Anfang richtig seltsam, die ganze Zeit Deutsch zu sprechen und fremde Leute spreche ich manchmal unabsichtlich immer noch auf Englisch an.

 

Ich kann jedem, der die Möglichkeit hat einen Auslandsaufenthalt zu machen, nur empfehlen, die Chance zu nutzen. Man sieht und lernt viele neue Sachen, man knüpft viele neue Freundschaften und man hat eine tolle Zeit mit vielen schönen Erfahrungen!

 

Fotos zu diesem Bericht

Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE
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