Karin Johannsen berichtet aus Winnipeg (Manitoba / Kanada)

Mein Name ist Karin; ich bin sechzehn Jahre alt und habe mich ziemlich kurzfristig dazu entschieden, nach Kanada zu gehen. Als ich mich dann beworben hatte, ging alles ganz schnell und ohne dass ich mich versah, war es soweit. Alles begann an einem Freitag morgen am Frankfurter Flughafen; die Reise war sehr lang und ein wenig langweilig, aber den Ausblick auf die Wolkenbilder werde ich nicht vergessen.. es sieht so faszinierend aus, wie klein die Welt von oben aussieht. Während meinem vierstündigen Aufenthalt in Toronto habe ich einem Ehepaar weitergeholfen, ihr Gate zu finden und bin dann durch die stores gelaufen, um mir ein paar englische Zeitschriften anzuschauen.

 

Ich war sehr, sehr gespannt, was mich in Winnipeg erwarten wird und ob auch meine Gastfamilie da sein wird— Und schließlich, nach meinem Flug von Toronto nach Winnipeg, war es soweit: Ich stieg aus dem Flugzeug und direkt am Ausgang standen sie: Meine Familie in Kanada und eine weitere Frau, die Auslandsbetreuerin. Die Begrüßung war sehr herzlich, wir haben gleich angefangen miteinander zu reden und auf mein restliches Gepäck gewartet. Mandy, meine kleine Gastschwester, hatte mir ein Plakat: Karin gemalt; das war so süß von ihr. Als mein Gepäck endlich angekommen war, ging es zum Auto und auf der Fahrt zu meinem neuen Zuhause haben sie mir Downtown gezeigt und, da ich hungrig war, haben wir alle bei McDonalds gegessen. =D Da ich inzwischen schon über 22 Stunden wach war, bin ich gleich ins Bett gegangen, als wir in Transcona, meinem neuen Wohngebiet, ankamen und ich habe lange geschlafen.

 

Am ersten Wochenende konnte ich gleich eine andere Austauschschülerin Andrea kennenlernen, die ganz in der Nähe von unserem Haus wohnte. Wir sind zu wirklich guten Freunden geworden, ich und meine ‚big sistaa’. Uns kann nichts trennen. Was für mich anfangs komisch war, waren die vielen Fernseher. Im Haus gab es sechs Stück, eigtl. sieben, wenn man den PC TV im Keller dazuzählt, doch irgendwann gewöhnt man sich auch daran.

 

Meine Schule war die Transcona Collegiate Highschool, die ungefähr 10 Minuten mit dem Bus entfernt war. Ich bekam eine Buskarte und konnte somit mit dem Bus zur Schule fahren, auch wenn ich des öfteren Mitfahrgelegenheiten hatte. An meinem ersten Schultag wurde ich vom principal empfangen; er half mir mit meinem Stundenplan weiter und erlaubte mir, den ersten Tag mit Andrea, die ich ja schon kannte in den Unterricht zu gehen. Sie hat mir die Schule vorgestellt und mir somit ziemlich weitergeholfen, außerdem kannte ich somit schon jemanden und war nicht ganz alleine. Der Unterricht war im Vergleich zu Deutschland sehr viel einfacher, die Themen, die ich schon in Klasse neun durchgenommen hatte, wurden hier als „neuer Stoff“ behandelt.

 

Als ich dann am Mittag meinen eigenen Stundenplan zusammenstellen konnte, habe ich ‚lustige’ Fächer gewählt. Mein Stundenplan bestand aus den Fächern: Graphic arts, Arts, EAL und Englisch, sowie Foods. (EAL sind die Englischstunden, die nur für international students da sind.) Da ich im Herbst in Kanada war, habe ich Halloween miterleben können und darüber bin ich sehr froh! Halloween ist wie Karneval in Deutschland, nur gruseliger. Ich war auf einem Halloween Dance in meiner Schule und auf einer Party, sowie Trick or Treat’n – das bedeutet, dass man von Haus zu Haus geht und nach Süßigkeiten fragt, bzw. schreit J Wir haben zwei ganze Säcke voller Süßigkeiten gesammelt und ein Drittel davon gleich gegessen.

 

Ich konnte hier sehr viele nette Leute kennenlernen, die alle zu meinen Freunden geworden sind, da man sich sehr viel zu erzählen hatte, weil man in der gleichen Situation war – Man war ein Austauschschüler in einem fremden Land. Es hat etwas länger gedauert, bis ich kanadische Freunde gefunden habe, doch ich habe viele gefunden und habe mit ihnen etwas unternommen. Besser hätte ich mir meinen Aufenthalt jedenfalls nicht vorstellen können und ich hoffe irgendwann wieder nach Kanada zu fahren, um alle zu besuchen, denn ich habe sie sehr lieb gewonnen.

 

Fotos zu diesem Bericht

Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE
Seite: 1