Anjie Zhu berichtet vom Fort Richmond Collegiate - Winnipeg (Manitoba / Kanada)

Meine Reise nach Winnipeg begann Ende März im Frankfurter Flughafen. Ich musste alleine nach Kanada fliegen, doch das war überhaupt kein Problem. Mit dem riesigen Lufthansa Flugzeug bin ich also erst nach Toronto geflogen und dann weiter mit Air Canada nach Winnipeg.
Endlich angekommen, wurde ich von meiner Gastfamilie und einer Mitarbeiterin des International Student Programs empfangen. Dann ging es ab in mein neues Zuhause für die nächsten 30 Tage. Als erstes hat mir meine Gastfamilie, ich hatte einen Gastbruder (9 Jahre) und eine Gastschwester (11 Jahre), das Haus gezeigt und ein paar Minuten später lag ich dann schließlich, total erschöpft von meiner langen Reise, in meinem Bett.
In den nächsten paar Tagen wurde mir die Hauptstadt der Provinz Manitoba und das „Herz Kanadas“ gezeigt und ich war einmal in The Royal Canadian Mint, wo die Geldmünzen für Kanada und auch für andere Länder hergestellt werden. War sehr interessant zu sehen, wie das, was man jeden Tag in der Hand hält, hergestellt wird. Ich war sogar auch mal bei einem Hockeyspiel, Kanada gegen die USA! Denn vom 3. bis zum 10. April waren die World Women’s Championship in Winnipeg! Ich muss jetzt ja wohl nicht sagen, wer gewonnen hat, oder? ;-) Kanada natürlich!!!
Meine Gastfamilie war total nett. Wir fanden sogar dieselben TV-Shows toll. Z.B. “The Bachelor“ (meine absolute Lieblingsshow), dann haben wir zusammen auch noch „Dancing With the Stars“, „America’s Next Topmodel“, „Lost“ und „The Search for the Next Pussycat Doll“ geschaut. In Kanada laufen eigentlich genau dieselben Sendungen wie in den USA.
Dann war es endlich so weit: mein erster Schultag war da. Ich musste mich um 8:15 Uhr im Office melden, habe dann als erstes im Büro meiner Counsellorin meine Fächer gewählt. Mein Schultag fing immer um 9:05 Uhr an und endete um 15:30 Uhr. Mein absolutes Lieblingsfach war ESL. Meine Klassenkameraden waren sau nett und der Lehrer war total lustig! Die Schule war generell anders als hier in Deutschland. Die Lehrer sind supernett; man kann sie sogar in der Mittagspause in ihrem Raum aufsuchen und sie noch was fragen, wenn man etwas nicht verstanden hat. Außerdem ist es den Schülern erlaubt, in den Freistunden das Schulgelände zu verlassen. Das fand ich richtig gut und bin dann manchmal mit paar Leuten in die kleine Shopping Mall, ca. 200 Meter von unserer Schule entfernt, gegangen. Des Weiteren stehen in den Klassenzimmern und vor allem in der Library PCs mit Internetanschluss und jeder Schüler hat dann seinen eigenen Benutzernamen und Passwort und kann dann die PCs auch benutzen. Das Blöde war nur, dass viele Seiten, z.B. Hotmail oder GMX, von der School Division blockiert waren… Na ja, immerhin Internet!! Und auch seine Hausaufgaben konnte man in den Freistunden machen, auch an den PCs. Was mir noch aufgefallen ist, ist, dass oft die Hausaufgaben eingesammelt werden und man öfters Quizzes schreibt.
Dann in meiner dritten Woche kam sogar auch der Director des International Student Programs an meine Schule und hat mit mir ein bisschen geplaudert.
Als dann mein Rückflug immer näher rückte, wurde ich immer nervöser. Einerseits, weil ich ja dann endlich meine Familie und Freunde wiedersehen würde, andererseits fand ich Kanada so toll, dass ich gerne noch länger geblieben wäre und es schade fand, bald schon wieder weggehen zu müssen und dass ich meine Gastfamilie, die Schule, die Lehrer und meine Klassenkameraden nicht mehr so schnell wiedersehen würde.
An meinem Abreisetag wurde ich dann von meiner Gastfamilie zum Flughafen gebracht, wo wir dann auch noch die Mitarbeiterin vom International Student Program, die mich an meiner Ankunft auch empfangen hat und mich auch mal zu Hause bei meiner Gastfamilie besucht hat, trafen, die mich dann bis zu meinem Gate begleitet hat. Das fand ich echt lieb.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich meinen Kanada-Aufenthalt, auch wenn er recht kurz war, total genossen habe und es überhaupt nicht bereut habe, mich für einen Auslandsaufenthalt entschieden zu haben. Ich kann jedem nur empfehlen, auch mal so etwas zu machen!!

Fort Richmond Collegiate, März bis April 2007
 
Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE