Tobias Münzner berichtet von der Mount Baker Secondary School - Cranbrook (British Columbia / Kanada)

Von Anfang Februar bis Ende Juni war ich in Cranbrook, einer Stadt mitten in den Rocky Mountains. Die Stadt ist mit 20000 Einwohnern die größte in der Umgebung. Man findet dort alles, was man braucht, Kino, Schwimmbad, zwei Malls und natürlich ein paar Supermärkte und jede Menge Fast Food Restaurants.

Ungefähr 30 Auto-Minuten entfernt liegt Kimberley, das nächst gelegene Skigebiet,nach einer weiteren halben Stunde erreicht man Fernie mit einem weitaus größeren Skigebiet.

Bei meiner Ankunft in Kanada wurde ich von meiner Gastfamilie sofort sehr nett aufgenommen, allerdings auch gleich mit den etwas strengeren Regeln bekannt gemacht. Außer mir lebte noch ein 15-jähriger Koreaner, der schon 2,5 Jahre in Cranbrook war, in meiner Gastfamilie.

An meinem ersten Schultag hat mir mein koreanischer Gastbruder den Schulweg gezeigt und unsere „homestay coordinators“ haben uns in der Schule herumgeführt, dadurch hatte ich keine Probleme mich zurechtzufinden. Sprachlich hatte ich ebenfalls keine schwerwiegenden Probleme, da die kanadischen Lehrer und auch alle anderen Kanadier großes Verständnis gezeigt haben und ich dann nach ein paar Wochen auch alle Fachausdrücke kannte.

Ich hatte die Fächer „Principles of Math 12“, „Chemistry 12“, „English Communications 11“ und „Automotive Technology 11“ belegt. In Mathe wurde leider Stoff behandelt, den ich als Schüler der 11. Klasse schon einmal hatte, weshalb mir der Kurs nicht besonders viel gebracht hat. In Chemie hatte ich Glück, denn der durchgenommene Stoff entsprach genau dem Stoff, den ich in Deutschland verpasste. English Communication war überhaupt kein Problem und ich würde anderen Schülern eher raten einen richtigen Englischkurs zu belegen, andererseits würde ich aber auch nicht sagen, dass dieser Kurs mir sprachlich nichts gebracht hat. Als Ausgleich zu den anderen Fächern hatte ich Automotive technology gewählt. Dieses Fach hat mir auch sehr viel Spaß gemacht, obwohl ich mich normalerweise nicht so sehr für Autos interessiere. Im ganzen ist Schule in Kanada sehr einfach, da die Lehrer sehr locker sind. Außerdem hat man im Normalfall nur 30-50 Minuten Unterricht und kann in der restlichen Zeit Hausaufgaben machen oder tun wozu man eben gerade Lust hat.

Anfangs habe ich mich hauptsächlich mit anderen international students getroffen, und zwar Deutschen und Brasilianern. Aber nach einiger Zeit habe ich mich auch mit Kanadiern verabredet., jedoch war fast immer mein bester Kumpel (ein Deutscher) dabei.

In meiner Freizeit habe ich hauptsächlich Sport getrieben, abends mit anderen Filme geschaut oder im Hottub gesessen.

Sportlich gesehen kann man in Cranbrook ziemlich viel machen, da es reichlich Sportplätze und im Winter auch Eisflächen gibt.

Im Winter habe ich freiwillig bei den „hockeygames“ gearbeitet, um neue Leute zu treffen und um den Abend zu füllen. Außerdem bin ich im Park häufig Schlittschuh gelaufen und habe manchmal auch selbst Eishockey gespielt. Natürlich bin ich auch mehrere Male zum Ski fahren gewesen,da ich aber immer auf eine Mitfahrgelegenheiten angewiesen war, konnte ich leider nicht so häufig zum Skifahren wie ich gerne gewollt hätte.

Als es wärmer wurde, haben in der Schule die Schulteams begonnen. Allerdings war das Angebot für Jungen nicht so groß, da einige Sportarten wie Fußball, Volleyball und Baseball nur im Herbst angeboten werden. Ich habe dann beim örtlichen Fußballverein mitgespielt, was mir auch viel Spaß gemacht hat.

Außerdem gab es noch ein International Programm bei dem wir beispielsweise zum dog sledding, zum Rodeo und als Highlight auch noch zur West-Edmonton Mall gefahren sind. Diese Ausflüge haben mir sehr viel Spaß gemacht und stellten auch eine Abwechslung zum Alltag dar.

Alles in allem hat mir der Aufenthalt in Cranbrook sehr gut gefallen und im Nachhinein hätte ich mir gewünscht 10 Monate dort gewesen zu sein Ich wünsche euch allen eine schöne Zeit und rate euch soviel wie möglich zu unternehmen!