Michael Serries berichtet von der Cariboo Hill Secondary School - Burnaby (British Columbia / Kanada)

Seitdem ich in der 9. Klasse war, stand für mich fest, dass ich in der 11. Klasse ein Halbjahr im Ausland verbringen will. Also habe ich mich am Anfang der 10. Klasse bei GIVE beworben, da mir Freunde die Organisation empfohlen haben und sehr zufrieden waren. Ich habe mich für Kanada entschieden, da die Kanadier sehr offen und freundlich sein sollen. Außerdem wollte ich mal den kanadischen „school-spirit“ fühlen und Kanada bietet eine unglaubliche Naturkulisse.

Nach langem Überlegen entschied ich mich, nach Burnaby zu gehen. Burnaby ist ein „Vorort“ von Vancouver, d. h.  eine  Stadt mit ca. 190.000 Einwohnern.  Beim Vortreffen in Berlin bekam ich bereits im April die Nachricht, dass GIVE für mich eine Gastfamilie gefunden hat. Ich war sehr froh und habe sofort Kontakt mit meiner Familie aufgenommen. Der erste Kontakt war sehr gut, auch wenn mein erster Telefonkontakt noch etwas holprig verlief. Mitte August ging die Reise los. Ich flog mit meinem Vater nach Calgary und wir machten zwei Wochen Urlaub in den Rocky Mountains, im Okanagon Valley („where the summer never ends“) und in Vancouver. Der Urlaub war ein unvergessliches Erlebnis. Nach den zwei Wochen brachte mich mein Vater zu meiner Gastfamilie.

Ich habe bei einer alleinerziehenden Mutter und ihrer 12-jährigen Tochter in New Westminster (ca.78.000 Einwohner) gelebt. Die älteste Tochter ging zur Universität und der 14-jährige Sohn auf eine Privatschule. Beide lernte ich nach meiner Ankunft noch kurz kennen, danach waren sie nur während der Ferien zuhause. Außerdem lebte in meiner Gastfamilie noch ein International Student aus Brasilien. Wir wurden sehr gute Freunde, haben zum Glück  noch Kontakt und ich möchte ihn in Brasilien besuchen. Von der Familie wurden wir sehr herzlich aufgenommen :). Ich habe mich sehr schnell eingelebt und hatte kaum Zeit, über meine Familie und Freunde in Deutschland nachzudenken. Zweimal bin ich mit meiner Gastfamilie auf Vancouver Island gewesen, einmal zum Royal Victoria Marathon, bei dem meine Gastmutter mitgelaufen ist. So steckte sie mich mit dem „Lauf-Virus“ an. Gemeinsam haben wir dann am 26th fallclassicrun der University of British Columbia teilgenommen. Meine Gastmutter nahm mich regelmäßig mit in ihren Running-Club. Mein längster Lauf führte mich dann von New Westminster bis Vancouver Downtown. Der Großvater der Familie kümmerte sich sehr intensiv um seine deutsch-brasilianischen Gastkinder. Unsere gemeinsamen Unternehmungen kulinarischer und kultureller Art bleiben unvergessen.

Ich hatte mich für eine kleine Schule mit ca. 600 Schülern entschieden, die Cariboo Hill Secondary School, die auch „french immersion“ anbot. Ich fuhr jeden Tag 15 Minuten mit dem Bus zu meiner Schule in Burnaby. Es war gut, dass die Schule kleiner war, denn so hat man sehr schnell Anschluss gefunden. Die Schüler waren sehr nett und haben mir am Anfang geholfen, mich an mein „neues Leben“ zu gewöhnen. Am Anfang muss man sehr offen sein und auf die Kanadier zugehen, dann gehen die Kanadier aber auch auf dich zu und sind an deinem Heimatland interessiert. Die Lehrer waren ausgesprochen freundlich und gestalteten den Unterricht sehr modern und bezogen oft Computer oder kleine Filme mit in den Unterricht ein. Der Unterricht lief wesentlich lockerer als in Deutschland ab. Meine Schule bot eine riesige Auswahl an Fächern an, man konnte von Chinesisch über Fotografie bis Marketing/Business alles wählen. Insgesamt konnte ich an sechs „fieldtrips“ teilnehmen, das sind unterrichtsbezogene Klassenausflüge. Nach der Schule fanden oft Sportaktivitäten statt. Ich hatte Glück und bin nach einem dreiwöchigen Auswahltraining  in das Fußballteam aufgenommen worden. Man hatte einfach sehr viel Spaß mit den Mitspielern und dem Trainer. Durch das Fußballteam habe ich sehr schnell Anschluss gefunden. Zweimal in der Woche hatte man ein Spiel gegen eine andere Schule. Ein anderes Highlight war der Skitrip mit meiner Schule nach Whistler (dort finden die olympischen Spiele 2010 statt). Die Skiverhältnisse dort sind traumhaft!

Burnaby als Stadt war die richtige Wahl. Es war nicht so hektisch wie in Vancouver Downtown und man fand immer einen Park, um einfach mal abzuschalten. Von Burnaby nach Vancouver Downtown fuhr ich mit dem Skytrain in ca. 20 Minuten. Aufgrund meines Monatstickets für den Großraum Vancouver konnte ich mich in der Region gut bewegen.  In Vancouver Downtown konnte ich entweder shoppen oder  einfach an den Strand gehen.

Der Winter war auch für die Küstenregion ungewöhnlich schneereich. Von Vancouver gelangt man sehr leicht in die Skigebiete. Die Skisaison hatte in den Bergen bereits Ende November begonnen.

In Burnaby gibt es die zweitgrößte Shopping Mall in Kanada und Nordamerika (über 480 Läden), etwa dreimal so groß wie das CentrO in Oberhausen, das  Europas größtes Shoppingcenter ist.

Nach ca. drei Wochen hatte ich mich an die neue Sprache gewöhnt und konnte dem Unterricht folgen. Nach ca 1 ½  Monaten habe ich nur noch auf English gedacht und geträumt!! Nach 2-3 Monaten konnte ich fließend Englisch reden und verstehen.

Der Abschied dort war traurig, denn man weiß nie, ob man die netten und tollen Menschen, die man dort getroffen hat, jemals wiedersieht. Anderseits habe ich mich auch wieder auf meine Familie und Freunde in Deutschland gefreut.

Ich würde jedem einen Auslandsaufenthalt empfehlen, denn es ist eine unglaubliche Chance im  Leben, die man nie vergessen wird. Ich habe so viele schöne Erinnerungen an meinen Aufenthalt in Kanada und habe noch Kontakt zu den Kanadiern und meiner Gastfamilie. Man wird wesentlich selbstständiger und lernt schwierige Situationen in einer fremden Sprache zu lösen.

Um zahlreiche gute Erfahrungen reicher bin ich mit heftigem Übergepäck nach einer Zwischenstation in Frankfurt wieder in Düsseldorf gelandet.

 

 

Fotos zu diesem Bericht

Dein High School Aufenthalt - optimal mit GIVE
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