Julia Haag berichtet von der Seycove Secondary School - Vancouver (British Columbia / Kanada)

Vor meiner Abreise war ich so richtig nervös – anderes Land, andere Menschen, andere Sprache, hilfe! Durch das Vorbereitungstreffen wurde mir jedoch ein großer Teil der Angst genommen und je näher der Abflug rückte, wandelte sie sich in Nervosität um. Schon zwei Wochen davor fing ich an, die ersten Sachen einzupacken und machte meinen letzten Großeinkauf. Das Einzigste, was mir Sorgen machte, waren Aussagen, dass es schwer sei, Freunde zu finden, was sich allerdings für mich als das Einfachste überhaupt rausstellte.
Aber nun von vorne: Nach einem langen anstrengenden Flug landete ich endlich auf einem riesigen Flughafen und alles war nur noch Englisch. Aber anders, als befürchtet, war das gar nicht schlimm, es war total einfach, sich irgendwie auf Englisch auszudrücken. Meine Gastfamilie war richtig toll, meine Mom kam gleich her und umarmte mich, bot mir etwas zu essen und trinken an und stellte mich allen vor (4 kleine Kinder, Dad, Großeltern, also volles Haus). Alle waren total nett und wollten natürlich tausend Sachen über Deutschland und mich wissen. Nach so ca. ein bis zwei Wochen hatte ich gar keine Probleme mehr damit, Englisch zu reden und auch zu verstehen. Das passte auch sehr gut, denn da fing dann die Schule an. Am ersten Tag war ich sehr aufgeregt, aber auch das stellte sich als nicht sehr kompliziert heraus. Unsere Vertrauenslehrerin beriet uns und wählte mit uns zusammen die Fächer, die wir belegen wollten. Erst am nächsten Tag fing für uns dann der Unterricht so richtig an. Und ich musste feststellen, dass Kanadier sehr freundliche Menschen sind. Schon am ersten Tag sprachen mich viele Leute an und fragten, woher ich sei und dann auch Sachen über Deutschland. Ein paar Mädels aus meiner Englischklasse fragten mich nach meinem Stundenplan und nahmen mich auch gleich in ihre Obhut, sie führten mich herum, stellten mich allen möglichen Leuten vor und so weiter. Meine Schule war echt toll und ich kannte am Ende praktisch die ganze Stufe. Wir gingen zusammen ins Kino oder auf Partys, wie z.B. eine Halloweenparty.
Natürlich lernte ich sehr viel über Kanada, speziell über Vancouver. Wir waren wohl in jedem einzelnen Teil von Vancouver Downtown und auch außerhalb, z.B. in Victoria auf Vancouver Island. Mein erster Eindruck von Kanadiern wurde mir dabei immer wieder bestätigt, noch nie waren mir so freundliche und hilfsbereite Menschen begegnet. Auch das Land an sich hat mir sehr gefallen, vor allem die viele Natur und der krasse Gegensatz zwischen dem Meer und den Bergen, wie Whistler, wo wir zum Snowboarden für eine Woche hingefahren sind.
Mein Aufenthalt in Kanada hat mir insgesamt sehr gut gefallen, ich habe viele nette Leute kennen gelernt und Freundschaften geschlossen, die auch jetzt noch bestehen. Ganz auf sich allein gestellt zu sein, ist gar nicht so schwer und man lernt vieles dabei! Ich bin froh und dankbar, dass mir das ermöglicht wurde, denn es ist eine tolle Erfahrung!
Zum Abschluss lässt sich noch sagen, dass das Integrieren in die alten Gruppen zurück in Deutschland kein Problem war, im Gegenteil, alle waren froh, mich zurückzuhaben und ich musste alles erzählen, was ich in diesen fünf Monaten erlebt habe.

Julia Haag

Seycove Secondary School, August 2005 bis Februar 2006
 
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