Felix Belke berichtet aus Courtenay (British Columbia / Kanada)

Hallo, ich bin Felix Belke und war für 10 Monate in Courtenay auf Vancouver Island.

Am 5. September war es soweit: Mein Flug von Frankfurt nach Vancouver ging los. Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl, als ich mich von meinen Eltern verabschiedet habe. Aber trotzdem habe ich mich riesig auf das bevorstehende Abenteuer gefreut. Als wir in Vancouver ankamen, verpassten wir jedoch unseren Anschlussflug, weshalb wir eine Nacht in Vancouver Downtown verbringen mussten. Das war aber nicht schlimm, sondern eher etwas besonderes, da ich so schon einen ersten Eindruck von Vancouver erlangen konnte. Am nächsten Tag sind wir dann mit einem kleinen Flugzeug nach Comox geflogen, wo ich herzlich von meiner Gastfamilie begrüßt wurde.

Der erste Schultag war auch sehr, sehr spannend. Ich kannte keinen Einzigen an der Schule außer einem Deutschen, der mit mir geflogen ist. Doch das sollte sich schnell ändern.

Im ersten Halbjahr hatte ich 4 Fächer: Cafeteria, Rugby, Automotive und Tourism. Alle Fächer waren sehr einfach (außer Rugby, das ist nicht wirklich mein SportJ) und haben viel Spaß gemacht. Außerdem konnte ich dort viele Bekanntschaften mit Kanadiern schließen.

Im zweiten Halbjahr war ich dann im Explore-Program. Das heißt, ich hatte alle Fächer (Biologie, Mathe, Politik) mit denselben Leuten. Mit dieser Gruppe habe ich dann mehrere Ausflüge während der Schulzeit unternommen; wir waren auf einem 6-tägigen Kayaktrip, wir haben eine 4-tägige Wanderung durch die Wildnis nach Cape Scott, der Nordspitze von Vancouver Island, gemacht und wir waren auf einer Insel im Meer, wo wir Buckelwale 20m von unserem Boot entfernt gesehen haben. Das waren schon sehr besondere Erlebnisse, die nicht jeder bekommt.

Das Leben in einer Gastfamilie war auch sehr interessant mitzuerleben, vor allem weil ich einen Chinesischen Gastbruder hatte, der mir viel über sein Land erzählt hat.

Außerdem habe ich diverse andere Unternehmungen mit meiner Gastfamilie, Freunden und dem International Student Program gemacht.

In den Osterferien hat mich ein Freund aus Deutschland für eine Woche besucht. Das war sehr toll aber auch irgendwie komisch, da sich dadurch meine beiden Welten getroffen haben.

Am Ende meines Auslandsjahres ist meine Familie für eine 3-wöchige Urlaubsreise durch BC und Alberta gekommen, was mir ermöglicht hat, ein wenig mehr als Vancouver Island und Vancouver zu sehen.

Das sich Wiedereinleben in Deutschland ging relativ einfach, wobei ich Kanada noch sehr vermisse und am liebsten direkt wieder hinfliegen würde.

Falls ihr ein Auslandsjahr macht, nutzt die Zeit und tut, was ihr schon immer tun wolltet. Ein Auslandsjahr ist eine tolle Erfahrung, die einem keiner nehmen kann. Obwohl ich jetzt ein Schuljahr nachmachen muss, war es das auf jeden Fall wert.