Carla berichtet von der Kawana Waters State High School - (Queensland / Australien)

Seitdem mein Bruder vor zehn Jahren zwei Terms in Neuseeland war, wollte ich auch unbedingt ein halbes Jahr im Ausland verbringen. Aber als es dann endlich so weit war sollten mich nicht Schafe und Maoris, sondern Kängurus und Surfboards ans andere Ende der Welt locken. Nachdem die letzten Wochen vorm Abflug mit Planung, Kofferpacken und Abschieden vorbeigingen, war es endlich so weit. Ich stand am Gate mit meiner Familie, der Flugbegleitung von GIVE und den anderen, die mit mir nach Australien geflogen sind. Zum Glück kannte ich meine Mitreisenden schon, da ich sie zwei Monate vorher beim Vorbereitungsseminar kennengelernt hatte. Nach einem tränenreichen Abschied, bei dem ich als einzige nicht geweint habe (ich glaube, ich war einfach zu aufgeregt J) und zahlreichem Nachfragen meiner Mutter, ob ich auch alles dabei hätte, ging es endlich in Richtung Australien.

Die paar Tage in Singapur, ich hatte die angebotene Singapur Experience von GIVE dazugebucht, waren so aufregend, dass ich fast vergessen hatte, welches Abenteuer mir bevorstand. Erst als das Flugzeug über Australien durch die Wolken brach, machte sich die Aufregung wieder in mir breit. Besonders nervös war ich wegen meiner Gastfamilie und meiner Gastschwester.  Als ich von meinen Gasteltern in Empfang genommen wurde, war die Aufregung schon fast verflogen. Lustigerweise waren meine Hostmum und ich uns sehr ähnlich. Besonders unsere Vorliebe für bunte Ohrringe verbindet uns bis heute und sie schickt mir immer noch Fotos, wenn sie neue Ohrringe gekauft hat.

Das erste Wochenende bevor die Schule anfing habe ich mit Filmabenden mit meiner Gastfamilie, Schulsachen kaufen und schwimmen verbracht.

Am ersten Schultag am Kawana Waters State College hatte ich zwar Angst keine Freunde zu finden, aber die Angst war glücklicherweise unbegründet. Stattdessen habe ich mich mehrmals auf dem Gelände verlaufen, da ich von meiner Schule in Köln ein Schulgebäude gewohnt war und nicht einen Campus mit mehreren Gebäuden. Nach einer Woche hatte ich meine Freundesgruppe zusammen, mit denen ich mich auch danach nochmal in Deutschland getroffen habe. Da alle vier aus Deutschland und der Schweiz sind, ist es einfach in Kontakt zu bleiben. Aber auch mit vielen Australiern habe ich mich angefreundet. Besonders die Menschen aus meinem Drama-Kurs waren supernett und schreiben mir immer noch regelmäßig.

Als ich noch in Köln war kamen mir sechs Monate sehr lang vor, aber als ich mich dann richtig eingelebt habe, verging die Zeit wie im Flug. Ich habe in meiner Zeit in Australien sehr viel erlebt, viele tolle Menschen getroffen und SEHR viel leckeres Essen gegessen. Durch Ausflüge und Herbstferien habe ich Uluru/Ayers Rock, Fraser Island und Sydney gesehen. Ich war bei einem Cricket Spiel (keine Ahnung wie die Regeln sind haha), hatte zwei Drama Aufführungen und habe surfen gelernt.

Mit meinen Freunden habe ich die schönsten Seiten der Sunshine Coast gesehen. Ich kann jedem der dort seinen Auslandsaufenthalt verbringen möchte nur empfehlen, mindestens einmal BBQ am Strand zu machen und so viele TimTams zu essen bis man Bauchschmerzen bekommt. Auch die Sonnenaufgänge in Australien sind schöner als Pinterest Fotos.

Meine Eltern sind nach Australien geflogen, um mit mir noch ein wenig zu reisen und dann zurück zu fliegen. Als meine Eltern angekommen waren, wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Zwar war ich glücklich, meine Eltern nach sechs Monaten wieder zu sehen, aber die Zeit in Australien war einfach wunderschön und meine Freunde hätte ich am liebsten in meinen Koffer gepackt und mitgenommen. Auch der Abschied von meiner Gastfamilie war alles andere als leicht.

Wenn ich an meinen Aufenthalt in Australien zurückdenke, muss ich wieder lächeln und mir wird erneut bewusst, wie schön es war.

Alle, die sich noch unsicher sind, ob ein Auslandsjahr das Richtige für sie ist: Ich würde euch raten, es zu tun! Die Erfahrungen, die ihr dort macht und die Freunde, die ihr dort trefft, werden euch für immer begleiten und schneller als ihr denkt (und wollt), seid ihr wieder zu Hause und wollt zurück zu freundlichen Busfahrern, langen Stränden und freundlichen Aussies.